Für das FSJ an den Bodensee

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Für das FSJ an den Bodensee

Seit September gibt es auf der Geschäftstelle des VfB Friedrichshafen ein neues Gesicht. Clara Gescher absolviert dort ihr „Freiwilliges Soziales Jahr". Die 18-Jährige ist schon die vierte FSJ-lerin, die Jugendtrainer Simon Stegmann betreut. Für die Jugendarbeit und die Talentsichtung in Friedrichshafen ist das für Stegmann nur noch schwer wegzudenken.

Clara Gescher steht inmitten von vier Jungs, die heftig diskutieren. Die Zehnjährigen wurden in Zweierteams zusammengewürfelt. Aus ihrer Sicht in den verkehrten. Zwei Minuten braucht Clara, um die Jungs zu beschwichtigen. Sie können ja nächstes Mal in ihrer Wunschkonstellation pritschen und baggern. Der Schlichtungsversuch wurde maulend akzeptiert. Alltag für die 18-Jährige, die seit September ihr „freiwilliges soziales Jahr" beim VfB Friedrichshafen ableistet.

Clara ist schon die vierte Generation von „FSJ-lern", die Simon Stegmann beim VfB betreut. Er ist hauptamtlicher Jugendtrainer und verantwortlich für das Projekt „VOLLEYBALL macht SCHULE", mit dem schon in der Grundschule Volleyballtalente aufgespürt werden sollen. „Der Umfang der Arbeit wird von Jahr zu Jahr größer, denn das Projekt funktioniert", sagt Stegmann. „Die Hilfe von Clara und ihren drei Vorgängern ist wichtig für den Verein und die Kinder." Clara macht gerade ihren Trainerschein im Rahmen von Seminarwochen. Volleyball selbst spielt sie auch - seit acht Jahren beim Oldenburger Turnerbund.

Clara Gescher geht mit Stegmann an die Schulen. Dort übernehmen sie wochenweise den Sportunterricht und füllen ihn mit Volleyball. Sie hilft im Büro auf der Häfler Geschäfststelle und betreut Schul-AGs und das Jugendtraining der U10 bis U 14- also der allerjüngsten Volleyballer. Den Weg zum VfB fand sie über eine Liste aller ausgeschriebener FSJ-Stellen im Internet. Ursprünglich war ihr Plan nach der Schule aber ein anderer. „Ich wollte etwas mit Volleyball machen und wollte dafür nach Nicaragua, denn dort wurde so etwas angeboten", erzählt sie. „Als das nicht geklappt hat, bin ich auf Simons Ausschreibung gestoßen und habe mich sofort beworben."

Was Clara nach ihrem FSJ-Jahr machen möchte, weiß sie noch nicht. Erst einmal ist sie bis kommenden September in Friedrichshafen. Die Profimannschaft 2028 wird sie sich aber auf jeden Fall genauer anschauen. Schließlich besteht die Möglichkeit, dass sie dort eines ihrer Talente von heute wiederfindet. „Vielleicht schafft es ja einer der Jungs durch die Jugendmannschaften über die Volley YoungStars zu den Profis und gewinnt die Deutsche Meisterschaft", lacht sie. „Darauf wäre ich dann schon ein bisschen stolz."

Auch nach Clara soll es beim VfB weiter das FSJ geben. Von Anfang September 2019 bis August 2019 gibt es wieder die Möglichkeit, ein Jahr lang Erfahrungen im Volleyballumfeld zu sammeln. Die Ausschreibung dazu ist unter vfb-volleyball.de zu finden. Ein Trainerschein zum Beispiel ist Stegmann gar nicht wichtig. Eine Leidenschaft für Volleyball wäre allerdings von Vorteil. Clara Gescher hat die auf jeden Fall. Für das FSJ zog sie extra von Oldenburg in eine WG an den Bodensee.