„Wie fünfmal Geburtstag auf einmal"

- Gunthild Schulte-Hoppe

Zwei Gewinner auf einem Bild: Die siegreichen Münchnerinnen (oben) mit den VfB-Spielerinnen, für die die Deutsche Meisterschaft ein einmaliges Erlebnis war.

Hochklassige Spiele, eine vollbesetzte Sporthalle im Berufsschulzentrum und begeisterte Zuschauer lautet das Fazit der Deutschen U16-Volleyballmeisterschaft in Friedrichshafen. In einem spannenden Endspiel setzte sich TB München gegen Raspo Lathen durch. Die Medaillen überreichte Beach-Nationalspielerin Julia Sude.

Für die Häfler Mädchen galt das olympische Motto „Dabeisein ist alles“. Dementsprechend strahlten ihre Gesichter, obwohl sie am Ende auf dem letzten Platz gelandet waren. Von „voll cool“ „mega toll“ bis „Premium“ reichten die Kommentare von Lilly Beckert, Carla Baer, Saskia Luidl, Melinda Vila, Tamira Lattner, Alexia Garanin, Finja Muff, Cora Liebherr, Zümre Öztürk, Klara Röttger, Theresa Heinig, Noemi Kozilek, Stella Oikonomie, Lara Wagner und Tijen Cidanel.

„Die Erfahrung, auf so einem hohen Niveau mit zu spielen, bekommt man nicht alle Tage. Ich bin mega stolz auf uns alle“, brachte es Finja Muff auf den Punkt. „Wir sind happy, dass wir unser Ziel, einen Satz zu gewinnen“, erreicht haben“, fand Klara Röttger. „Das ist ein tolles Gefühl wie fünfmal Geburtstag auf einmal“, brach es aus Alexia Garanin heraus. Für Cora Liebherr, die bei der Eröffnung den sportlichen Eid sprechen durfte, war es „eine coole Erfahrung, die ich sonst nicht gemacht hätte“. Die Platzierung stand nicht im Vordergrund. „Auch wenn wir Letzter geworden sind, haben wir viel gewonnen“, sagt Lilly Beckert.

Sportlich nicht qualifiziert, hatte der VfB als Ausrichter eine Wildcard erhalten. Erwartungsgemäß konnten die Häflerinnen gegen die Teams mit Kader- und teilweise Nationalspielerinnen wenig ausrichten. Immerhin: Schon in der Vorrunde war trotz drei 0:2-Niederlagen gegen Dresden (5:25, 7:25), Blau-Weiß Aasee Münster (9:25, 8:25) und SC Einheit Zepernick (16:25, 13:25) eine Steigerung erkennbar. „Das Team ist über sich hinausgewachsen“, freute sich Trainerin Rosalinde Lehle. Im Gruppenspiel um die Plätze 13 bis 16 zeigten die VfB-Mädchen ihr stärkstes Spiel und unterlagen erst im Tiebreak (25:20, 14:25, 12:15) gegen SCU Emlichheim. Im Spiel um Platz 15 unterlagen sie TuS Heiligenstein mit 0:2 (17:25, 20:25).

Zeitgleich zum Finalspiel des VfB Friedrichshafen gegen Berlin sahen die Zuschauer in der vollbesetzten Sporthalle des Berufsschulzentrums ebenfalls eine spannende Begegnung, die die Münchnerinnen im Tiebreak mit 2:1 (23:25, 25:16, 15:8) für sich entschieden. Bei der Siegerehrung wurden Bürgermeister Dieter Stauber und VfB-Präsident Wunibald Wösle von Julia Sude unterstützt. Die Häfler Beach-Nationalspielerin war nach ihrem dritten Platz mit Beachpartnerin Karla Borger beim FIVB-Drei-Sterne-Turnier in Malaysia direkt vom Flughafen in die Sporthalle gedüst, um dem Volleyballnachwuchs zu gratulieren.

  Endplatzierungen
1. TSV TB München

2. SV R. Lathen
3. 1. VC Wiesbaden
3. SV BW Aasee
5. A MTV Stuttgart
6. Schweriner SC
7. RPB Berlin
8. SC Einheit Zepernick
9. Dresdner SC
10. TV Gladbeck
11. SWE Volley-Team
12. SC Neubrandenburg
13. FTSV Straubing
14. SCU Emlichheim
15. TuS Heiligenstein
16. VfB Friedrichshafen